Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht: Jeder Mensch hat darauf Anspruch, unabhängig vom Geldbeutel. Deswegen setzen wir uns vehement dafür ein, dass Bildung gebührenfrei wird. Doch nicht nur die Chancengleichheit, sondern auch die Qualität unserer Bildungseinrichtungen muss gewährleistet sein. Wir verbringen einen beachtlichen Teil unserer Jugend in der Schule, das Lernklima muss diesem
Umstand entsprechend gerecht werden: Wir müssen Orte schaffen, an denen man sich wohlfühlen und sich kreativ entfalten kann. Kleinere Klassen, weniger Unterrichtsausfall und genügend Lehrerinnen und Lehrer sind hierfür eine Grundbedingung.

Auch die gute Ausstattung der Schulen muss sichergestellt sein. Daher fordern wir eine Investitionsoffensive, die unsere (Berufs-)Schulen zukunftsfähig macht. Freies und offenes WLAN, eine zeitgemäße Hard- und Software-Ausstattung, die endlich die verstaubten Tafeln durch Smartboards ergänzt. Bildungseinrichtungen sind nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern auch der sozialen Entwicklung.

Deswegen brauchen wir gerade an diesen Orten Vertrauenspersonen, die sich den Problemen und Ängsten der Schüler_innen annehmen und aufsuchend tätig werden. Wir fordern den Ausbau der Schulsozialarbeit und die Schaffung von multiprofessionellen Teams. Bildungseinrichtungen dürfen kein Ort der Stigmatisierung sein. Ob bei Kleinstbeiträgen wie Kopiergeld, dem Ein-Euro-Beitrag für das Schulessen, oder den Kosten für die Klassenfahrt, häufig überschreiten die zusätzlichen finanziellen Belastungen aus dem Schulbetrieb das Budget der Eltern. Die Leidtragenden davon sind immer die Kinder. Deshalb setzen wir uns kurzfristig für eine deutliche Entbürokratisierung und Ausweitung des Bildungs- und Teilhabepakets ein. Die Schule ist der Ort, an dem Kinder und Jugendliche für das (Berufs-)leben vorbereitet werden. Um den Einstieg in den sich wandelnden Arbeitsmarkt zu erleichtern, müssen erforderliche Kernkompetenzen bereits in der Schule erworben werden. Die Digitalisierung muss bereits spielerisch im frühkindlichen Alter erlernt und bis zum Verlassen der Schule vertieft werden. Wir fordern daher, dass die Lehrpläne aller Schulformen die Digitalisierung berücksichtigen und diese wiederkehrend im Unterricht behandeln. Angesichts der neuen Qualifikationen, die Berufseinsteiger_innen für einen Job in der digitalisierten Arbeitswelt benötigen, brauchen wir auch geschultes Fachpersonal in unseren Bildungseinrichtungen, das dieses Wissen vermitteln kann.

Die Schule ist aber auch der Ort, an dem Kinder und Jugendliche zum ersten Mal mit Demokratie in Kontakt kommen und die demokratischen Grundprinzipen erlernen, sei es bei der Wahl der/des Klassensprecher_in oder der/des Vertrauenslehrer_in. Oft entwickelt sich das Gespür für Ungerechtigkeiten und Ungleichbehandlungen in der Schule. Es ist wichtig, Formen der aktiven Beteiligung zu schaffen und die Schüler_innen in Entscheidungen einzubeziehen. Viele Heranwachsende übernehmen in der Schüler_innenvertretung zum ersten Mal Verantwortung und setzen sich aktiv für die Belange der Mitschüler_innen ein. Wir fordern daher die stärkere Unterstützung der Schüler_innenvertretungen durch Kollegium und Schulleitung und eine Kontinuität von Schüler_innenvertretungen durch den verstärkten Einsatz von speziell ausgebildeten Verbindungslehrer_innen.

Unser Bildungssystem soll allen Kindern und Jugendlichen gleich und frei zugänglich sein, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Beeinträchtigungen oder Behinderungen sowie von ihrer ethnischen, kulturellen oder sozialen Herkunft. Diese diskriminierungsfreie Teilhabe an den Lern- und Betreuungsangeboten erfordert in erster Linie die Barrierefreiheit. Um die UN-Behindertenrechtskonvention, die bis 2020 benachteiligten Menschen ein besseres Leben in der Mitte unserer Gesellschaft ermöglichen soll, umsetzen zu können, fordern wir stärkere finanzielle Unterstützung vom Land für barrierefreien Umbau von Schulen und Hochschulen.