Pres­se­mit­tei­lung: Demo­kra­tie in Gefahr: Rück­zug von Frau­ke Bro­si­us-Gers­dorf ist Armuts­zeug­nis für poli­ti­sche Kultur

7. Aug., 2025

Der erzwun­ge­ne Rück­zug der renom­mier­ten Staats­recht­le­rin Frau­ke Bro­si­us-Gers­dorf ist ein besorg­nis­er­re­gen­des Signal für die poli­ti­sche Kul­tur in Deutsch­land. Nicht fach­li­che Män­gel oder recht­li­che Ver­stö­ße führ­ten zu ihrer öffent­li­chen Demon­ta­ge, son­dern eine dif­fe­ren­zier­te und rechts­wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Posi­ti­on, die jedoch nicht ins Welt­bild kon­ser­va­ti­ver und rech­ter Kräf­te passte.

„Dass sich eine aus­ge­wie­se­ne Exper­tin aus Angst vor poli­ti­schem und media­lem Druck zurück­zie­hen muss, ist ein Tief­punkt für unse­re demo­kra­ti­sche Streit­kul­tur“, erklärt Ste­ven Com­mey-Bort­sie, Lan­des­vor­sit­zen­der der Jusos Saar. „Der Fall Bro­si­us-Gers­dorf zeigt deut­lich, wie die Uni­on zuneh­mend Nar­ra­ti­ve der extre­men Rech­ten über­nimmt und dadurch aktiv zur Ver­ro­hung der poli­ti­schen Debat­te beiträgt.“

Beson­ders alar­mie­rend: Die CDU und CSU betei­lig­ten sich nicht nur nicht an einer Ver­tei­di­gung der Wis­sen­schaft­le­rin, son­dern über­nah­men rech­te Deu­tungs­mus­ter, unter­stell­ten eine Nähe zu extre­mis­ti­schen Posi­tio­nen und instru­men­ta­li­sier­ten halt­lo­se Vor­wür­fe für eine geziel­te Kam­pa­gne, statt sich schüt­zend vor die Unab­hän­gig­keit von Wis­sen­schaft und Recht zu stellen.

„Wer wis­sen­schaft­li­che Exper­ti­se mit Dif­fa­mie­rung begeg­net, stellt sich gegen die Grund­wer­te unse­rer Demo­kra­tie“, so Com­mey-Bort­sie wei­ter. „Die Uni­on macht sich in die­sem Fall zum Erfül­lungs­ge­hil­fen rech­ter Kul­tur­kämp­fer, statt für Respekt und Sach­lich­keit einzustehen.“

Der Rück­tritt von Bro­si­us-Gers­dorf ist damit ein Offen­ba­rungs­eid für die CDU, für den Rechts­staat und für eine poli­ti­sche Debat­ten­kul­tur, die immer stär­ker von Ein­schüch­te­rung statt Argu­men­ten geprägt wird.

Die Jusos Saar for­dern ein kla­res Bekennt­nis aller demo­kra­ti­schen Par­tei­en zum Schutz unab­hän­gi­ger Wis­sen­schaft und zur Ver­tei­di­gung einer offe­nen, respekt­vol­len Dis­kus­si­ons­kul­tur und damit gegen jede Form von poli­tisch moti­vier­ter Hetze.