Friedrich Merz spaltet statt zu führen: Jusos Saar kritisieren respektlose Äußerungen über Menschen mit Migrationsgeschichte
Die Jusos Saar verurteilen die jüngsten Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz scharf. Merz hatte in einem Interview erklärt, es gebe „im Stadtbild noch ein Problem“. Diese Aussage zielt offensichtlich auf Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte ab.
„Ich finde die Aussage von Friedrich Merz einfach respektlos“, sagt Abtin, Mitglied der Jusos Saar. „Wenn er davon spricht, dass es im Stadtbild ein Problem gibt und dabei Menschen wie mich meint, dann ist das verletzend: für mich und für viele andere.“
Abtin ist selbst aus dem Iran geflohen. Er hat in diesem Jahr sein Abitur mit 1,8 abgeschlossen, arbeitet nebenbei in der Gastronomie und studiert nun Jura im ersten Semester. Sein Engagement begründet er so:
„Ich engagiere mich, weil ich daran glaube, dass Politik Menschen verbinden soll, nicht gegeneinander ausspielen.“
Er kritisiert, dass Merz’ Aussage Menschen mit Einwanderungsgeschichte pauschal unter Verdacht stelle:
„Auch wenn er später sagt, dass Leute wie ich gar nicht gemeint sind: wie soll man von außen unterscheiden, wer angeblich problematisch ist und wer nicht? Genau das macht seine Worte so gefährlich: Sie spalten, statt zu vereinen.“
Die Jusos Saar fordern den Bundeskanzler auf, seine Wortwahl zu überdenken und Verantwortung für die Wirkung seiner Aussagen zu übernehmen.
„Gerade ein Kanzler sollte wissen, dass Worte Bilder schaffen und diese Worte zeichnen ein falsches Bild von unserem Land“, so Abtin weiter.
Zum Schluss macht er deutlich, wofür er steht:
„Ich wünsche mir ein Deutschland, das hinschaut, bevor es urteilt. Ein Land, das stolz auf seine Vielfalt ist und das Menschen wie mich nicht als Problem sieht, sondern als Teil seiner Zukunft.“
