Ausbildungsjahre sind keine Sklavenjahre

Ausbildungsjahre sind keine Sklavenjahre

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Wir begrüßen die Positionierung des SPD-Parteivorstands betreffend der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes, gerade in Bezug auf eine Mindestausbildungsvergütung. Diese ist eine Art Mindestlohn für Auszubildende.

Wir halten es für absolut richtig und notwendig, sich bei der Höhe einer Mindestausbildungsvergütung an der aktuellen Rechtsprechung zu orientieren, die ca. 660€ im 1.Ausbildungsjahr vorsieht und weiter ansteigen würde. 

Diese Forderung ist vor allem für Auszubildende aus Handwerksbetrieben wichtig: Hier wird die Mindestvergütung noch oft unterschritten. Das zeigen Beispiele aus Friseur*innen- und Tischler*innen-Betrieben.

Hier zeigen aktuelle Zahlen des Berufsbildungsgesetzes, dass es noch Nachholbedarf gibt. Die Frage der Übernahmeregelung darf aber auch nicht aus dem Auge verloren werden. Viel zu oft wissen junge Menschen am Ende ihrer Ausbildung nicht wie es weiter geht. 
Zahlen des DGB Ausbildungsreports 2018 zeigen, das rund 38% der Auszubildenden im letzten Ausbildungsjahr nicht wissen, ob eine Übernahme ansteht oder nicht.
In Zeiten, in denen der Fachkräftemangel immer lauter bekämpft wird, ist das ein Armutszeugnis. 

Wir erwarten von der zuständigen Ministerin Anja Karliczek endlich einen vernünftigen Vorschlag zur BBiG-Novellierung vorzulegen, welcher die Auszubildenden und Dual-Studierenden in den Mittelpunkt rückt. 
Die Ausbildung muss zukunftsfest gemacht werden und dies gelingt uns nur, wenn wir die Attraktivität der Ausbildung steigern. 

Von Sören Sossong , kooptiertes Landesvorstandsmitglied für Gewerkschaftsarbeit