Saarlandmodell: Falsche Hoffnungen werden geschürt.

Saarlandmodell: Falsche Hoffnungen werden geschürt.

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„Mit der Modellregion-Strategie unterbreitet das Land eine lang erhoffte Öffnungsperspektive, deren tatsächliche Umsetzung noch von vielen Faktoren abhängt. Perspektiven sind richtig. Es dürfen aber keine falschen Hoffnungen geschürt werden.Es ist mehr als fraglich, ob die Inzidenz nach Ostern noch unter 100 im Saarland liegt. Bereits in den letzten Tagen ist sie von 65 auf 70 gestiegen. Wir dürfen nicht das Vertrauen der Saarländerinnen und Saarländer verspielen, indem Erwartungen und Hoffnungen geschürt werden, die am Ende nicht eingehalten werden können. Die Perspektive von jungen Menschen darf bei der Öffnungsdebatte nicht außer Acht gelassen werden. Jugendzentren und andere Angebote an junge Menschen müssen bei den Öffnungen oberste Priorität haben.Es muss genügend Testkapazitäten geben, dass die Bürgerinnen und Bürger sich regelmäßig kostenfrei testen lassen können. Es kann nicht von Bürgerinnen und Bürgern verlangt werden, dass sie regelmäßig Schnell-Tests auf eigene Kosten durchführen müssen, um weiterhin am sozialen Leben teilhaben zu können. Die Möglichkeit von den Öffnungen zu partizipieren, darf nicht vom Geldbeutel abhängen.Jede/r Bürger:in sollte täglich einen kostenfreien Test machen können. Es ist gut, dass auf dem Impfgipfel weitere 80.000 Impfdosen dem Saarland, vor allem aufgrund seiner Grenzlage und den damit einhergehenden Gefahren, zugesprochen wurde. Die frühzeitigen Lockerung im Saarland dürfen nicht dazu führen, dass die anderen Bundesländer den Eindruck fehlender Solidarität des Saarlandes gewinnen.Bevor andere gesellschaftliche Bereiche öffnen, müssen wir den Testbetrieb auch weiterhin an unseren Schulen sicherstellen. Während vor einigen Wochen die CDU die Rückkehr in den vollen Präsenzbetrieb gestoppt hatte, können Lockerungen jetzt nicht schnell genug gehen. Dass junge Menschen oberste Priorität in der Krise haben, darf keine leere Phrase bleiben. Deswegen muss der volle Präsenzbetrieb an Schulen umgehend wieder aufgenommen werden. Gerade die Gastronomie wurde von Corona schwer gebeutelt- eine Perspektive für die Außengastronomie ist daher sehr erfreulich. Ein tagesaktueller negativer Schnelltest und eine vorherige Anmeldung können probate Mittel sein, um Ansteckungen zu vermeiden und Infektionsketten nachzuvollziehen. Trotzdem dürfen exponentielles Wachstum und gefährliche Mutanten nicht aus den Augen verloren werden. Auch, wenn wir alle uns vor allem für die Wirtschaft und die vielen Kunst-und Kulturschaffenden freuen, befinden wir uns noch in einer globalen Pandemie. Die Gesundheit der Menschen und die Situation auf den Intensivstationen muss auch weiterhin Grundlage für alle weiteren Schritte sein.Wir hoffen sehr, dass in Zukunft kein weiteres Kommunikationsdesaster entsteht, sodass nicht noch mehr Vertrauen in die Regierenden verloren geht.“, so die Landesvorsitzende der Jusos Saar, Kira Braun.